Buchgattungen aus Verlagssicht

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BuchgattungenWissenschaftliche Fachverlage unterscheiden Bücher nach anderen Kriterien als AutorInnen oder LeserInnen dies tun.

Es gibt so genannte A-, B- und C-Titel, wobei die Bezeichnung sich in erster Linie aus wirtschaftlichen Überlegungen herleiten. Da aber die Einordnung in diese Kategorien durchaus etwas über den absehbaren relativen Erfolg des Titels aussagt, möchte ich diese Logik hier kurz erläutern.

C-Titel

C-Titel sind Publikationen, die eine sehr spezifische und zahlenmäßig kleine Zielgruppe ansprechen. Zumeist wird der Absatz des Buches allein die wirtschaftliche Kalkulation nicht zur Deckung bringen, sodass ein Druckkostenzuschuss zur Publikation des Buches notwendig sein kann.
Typische C-Titel sind Qualifikationsarbeiten, Tagungsbände, Festschriften – wobei bei den Letzteren durch gezieltes Bearbeiten auch eine andere Kategorie erreicht werden kann. Um aber z.B. eine Dissertation zu einem Titel zu machen, der keinen Zuschuss benötigt, bzw. sich in eine andere Kategorie einsortieren lässt, ist weit mehr notwendig, als einfaches Überarbeiten: Das Ganze müsste zu einem völlig anderen Buch werden.

B-Titel

B-Titel sind Publikationen, die eine etwas größere Zielgruppe ansprechen, obwohl sie in der Regel auch nicht wirtschaftlich kalkuliert werden können: Der zu erwartende Absatz reicht nicht aus, die Herstellungs- und Gemeinkosten, die im Verlag anfallen, zu decken.
Typische B-Titel sind Sammelbände bzw. AutorInnenwerke mit einem aktuellen Thema und zumindest teilweise bekannten AutorInnen. Aufgrund der stark zurückgegangenen Absatzzahlen in „unseren“ Wissenschaften sind auch für diese Titel häufig Druckkostenzuschüsse notwendig.

A-Titel

A-Titel erwirtschaften den größten Anteil zur Deckung der Herstellungs- und Gemeinkosten – und zwar durchaus auch für einige unterfinanzierte B- und C-Titel. Bei A-Titeln sind die Verlage in der Regel in der Lage, ein Honorar zu zahlen (im Bereich der Wissenschaft werden Honorare für gewöhnlich als Erfolgshonorare gezahlt, also als Anteile vom erzielten Erlös).
Typische A-Titel sind Lehrbücher und Handbücher, die durch immer wieder neue Auflagen nicht nur (relative) Bestseller sondern auch Longseller werden: Jede Auflage hat eine „Lebenszeit“ von rund zwei bis maximal drei Jahren, danach führt eine Neuauflage (hoffentlich) zu neuen Impulsen.

Ist Ihr Buch ein A-, B- oder C-Titel?

Je nachdem, in welcher Kategorie Ihr Verlag Ihr Buch sieht, wird das Angebot zur Publikation etwas anders aussehen. Die Bandbreite geht dabei nicht allein von Druckkostenzuschuss (für B- und C-Titel) bis Honorar (bei A-Titeln), sondern zeigt sich die Einordnung z.B. auch die Frage nach der Höhe des Ladenpreises, der Freiexemplare für Sie und nicht zuletzt der Marketing-Aktivitäten.

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