GenderOpen – Open Access-Repositorium für die Geschlechterforschung

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GenderOpenAm 4. Dezember 2017 geht das weltweit erste und einzige Repositorium für die Geschlechterforschung online.

Der Begriff ›Repositorium‹ – im Wortsinn ›Lager‹, auch verwandt für Mappenschränke – bezeichnet heute digitale Plattformen, auf der Publikationen und andere Wissensbestände gesammelt, zugänglich gemacht und nachhaltig gesichert werden. Kurz: Es handelt sich um eine Art virtuelles Bücherregal. Mittlerweile unterhalten die meisten Universitäten und Forschungseinrichtungen Dokumentenserver, auf denen die Forschungsergebnisse ihrer Mitglieder gesammelt werden. In diesem Fall wird von institutionellen Repositorien gesprochen. Zudem existieren verschiedene sogenannte Fachrepositorien, die Publikationen bestimmter disziplinärer Felder sammeln. Neben dem Sammeln und Archivieren geht es bei Repositorien in erster Linie um die Verbreitung von Wissensbeständen. Dieses digitale Verfügbarmachen entspricht dem sogenannten Grünen Weg des Open Access, da es sich in der Regel um Publikationen handelt, die bereits an einem anderen Ort erschienen sind.

GenderOpen – ein Repositorium für die Geschlechterforschung

Mit GenderOpen verfügt nun auch die Geschlechterforschung über ein Fachrepositorium. Über GenderOpen werden Wissensbestände des interdisziplinären Feldes dauerhaft frei zugänglich gemacht und nachhaltig gesichert. Forschenden und Interessierten ist es leichter möglich, Veröffentlichungen der Geschlechterforschung aufzufinden und mit ihnen zu arbeiten. Autor_innen wird gleichzeitig die Möglichkeit geboten, ihre Forschungsergebnisse auf dieser Plattform öffentlich zugänglich zu machen und damit schneller und zielgerichteter in den Fokus der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Gesammelt werden zunächst Texte, die in vier Textsorten unterschieden werden: Aufsätze in Zeitschriften, Aufsätze in Sammelbänden, Monografien und Hochschulschriften. Perspektivisch sollen weitere Textsorten und Formate dazu kommen.

Datentransfer und Selbsteinreichung

Die Texte gelangen auf zwei Wegen auf die Plattform. Zum einen über die automatisierte Übernahme von Daten von Verlagen, zum anderen über die Selbsteinreichung durch Autor_innen, die ab dem Moment der Freischaltung der Nutzer_innenoberfläche des Repositoriums möglich sein wird. Der Verlag Barbara Budrich stellt Daten von drei einschlägigen Zeitschriften im Feld der Geschlechterforschung zur Verfügung. Es handelt sich dabei um GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, femina politica und die Freiburger Zeitschrift für Geschlechterstudien. Über den automatisierten Transfer von Daten zu Monografien wird derzeit gesprochen.

Mit Unterstützung der Zeitschriften-Redaktionen wurden die Autor_innen der Zeitschriften über den Datentransfer informiert. Das Einverständnis der Autor_innen ist die Voraussetzung dafür, dass die Texte im Repositorium tatsächlich erscheinen. Zukünftig wird diese Information in den Prozess der Manuskripteinreichung integriert. Mit der Freischaltung der Nutzer_innenoberfläche am 4. Dezember 2017 ist es zudem möglich, dass Autor_innen ihre Publikationen selbst einstellen.

Technische und rechtliche Voraussetzungen

Voraussetzung für die Zweitveröffentlichung von Texten auf GenderOpen ist die technische wie rechtliche Verfügbarkeit der Texte. Das heißt, dass die Texte in digitaler Form vorliegen und veröffentlicht werden dürfen. Laut Urheberrecht können Autor_innen von wissenschaftlichen Beiträgen in Textsammlungen (Zeitschriften und Sammelbänden) ihren Beitrag nach einer Embargofrist von 12 Monaten anderweitig veröffentlichen – sofern mit dem Verlag oder sonstigen Dritten nichts anderes vereinbart wurde. Restriktiver sind die urheberrechtlichen Bestimmungen in Bezug auf Monografien. Diese können nur dann zweitveröffentlicht werden, wenn die Zustimmung des Verlages vorliegt. Das Team des Repositoriums unterstützt die Autor_innen gerne bei der Klärung der Zweitveröffentlichungsrechte. An zahlreichen Universitäten und außer-universitären Einrichtungen steht mittlerweile auch Fachpersonal zur Verfügung, dass die Angehörigen der jeweiligen Einrichtung in diesen Fragen berät und unterstützt.

Das GenderOpen-Team

Der Dokumentenserver wird von den drei universitären Geschlechterforschungszentren Berlins aufgebaut und betrieben. Die DFG fördert die Einrichtung des Servers mit drei Vollzeitstellen für wissenschaftliche Mitarbeiter_innen sowie studentische Hilfskräfte, die mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten an jeweils einer der beteiligten Einrichtungen angesiedelt sind. Zum Team gehören Dr. Anita Runge, Marianne Seidig und Sarah Staeck (Margherita-von-Brentano-Zentrum, Freie Universität Berlin), Dr. Karin Aleksander, Andreas Heinrich und Eva-Lotte Rother (Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität) sowie Prof. Dr. Sabine Hark, Aline Oloff und Mareike Trawnik (Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Technischen Universität). Der Aufbau des Repositoriums kann über den Blog des Projektes verfolgt werden; eine Kontaktmöglichkeit besteht über info@genderopen.de.

 

 

 

November 6, 2017

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