Ihre Motivation: Warum wollen Sie publizieren?

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Motivation zum Publizieren: Wachstum

Bücher wachsen in den Himmel – Foto: Lisa Petzold

Motivation – der Motor

Ihre Motivation ist für das Publizieren von überragender Wichtigkeit. Bevor Sie nach der Möglichkeit suchen, einen Text zu veröffentlichen: Fragen Sie sich, was Ihr zugrundeliegendes Bedürfnis ist:

  • Der Wunsch nach Anerkennung für das Schreiben an sich.
  • Der Wunsch nach Anerkennung von Seiten der Wissenschaft – der Text wird gelesen und anerkennend zur Kenntnis genommen. Abwandlung des gleichen Motivs mit einer besonderen Betonung des Wissenschaftlichen.
  • Der Wunsch nach möglichst weiter Verbreitung der eigenen Ideen.
  • Und damit verknüpft der Wunsch, dass die eigene Arbeit einen Beitrag zur weiteren wissenschaftlichen Kommunikation leisten möge. An der wissenschaftlichen Kommunikation zu partizipieren: Das ist in der Regel mit das wichtigste – neben dem Stolz auf das selbst Geschaffene – und das, was für gewöhnlich jeder Autor, jede Autorin anstrebt. Zentral sind in diesem Kontext die qualifizierten Rückmeldungen auf die eigenen Publikationen. Einladungen zu Diskussionen aller Art: ob auf einer Dialogebene mit nur wenigen Teilnehmenden oder auf Konferenzen und Kongressen, ob als Einladung zum Vortrag oder zur Teilnahme an einem weiteren Forschungsprojekt, ob als Wertschätzung oder herbe Kritik. Dies ist im Übrigen auch das „Gefährlichste“ am Publizieren: Sie wagen sich in die Öffentlichkeit und werden damit angreifbar. Aus diesem Grunde ist Qualitätssicherung  ein wichtiger Aspekt im Kontext des wissenschaftlichen Publizierens – zum Beispiel durch die Prüfung in einer Redaktion, im Verlags-Lektorat oder durch den Peer-Review-Prozess.

Wir können die oben genannten Punkte zusammenfassen: Sie alle dienen dem Aufbau der eigenen Reputation innerhalb – und möglicherweise auch außerhalb – der Wissenschaft. Ich würde als solides Fundament der wissenschaftlichen Karriere übrigens nicht empfehlen, Frühwerke (also vor der Dissertation) der Öffentlichkeit zu präsentieren – und sei dies noch so einfach zu bewerkstelligen.

Was sonst kann Motivation sein?

Weitere intrinsische Motive:

  • Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit dokumentieren – das ist besonders bei der Veröffentlichung von Forschungsarbeiten der Fall.
  • Ergebnisse gemeinsamer Arbeit dokumentieren – eine Abwandlung des oben geschilderten Motivs, hier kommen dann noch Tagungsbände hinzu.
  • Zentrale VertreterInnen bestimmter Strömungen würdigen oder kritisieren: Das geschieht in Form von Festschriften oder durch das Beschäftigen mit spezifischen Theorien oder Lebenswerken.
  • Bislang unveröffentlichtes Material der Fachöffentlichkeit zugänglich machen.
  • Die Reputation einer ganze Institution oder Organisation befestigen.

Und dann gibt es noch extrinsische Aspekte:

  • Zum Erreichen einer Qualifikation „müssen“ Sie publizieren – wie zum Beispiel im Rahmen der Promotion, bei der im deutschsprachigen Raum weiterhin die – in meinen Augen unsinnige – Publikationspflicht besteht.
  • Sie haben sich zur Publikation verpflichtet – zum Beispiel im Rahmen einer Forschungsförderung.
  • Sie sehen sich zum Publizieren gezwungen, um einem bestimmten Maßstab zu genügen – zum Beispiel im Rahmen Ihrer Bewerbung auf eine bestimmte Stelle.

 Warum ist es für Sie wichtig, über Ihre Motivation Bescheid zu wissen?

Motivation - ein wichtiger Motor fürs Publizieren

Foto: Josef Esser

Wie Seneca schon sagte, können Sie nur dann Ihre Segel richtig setzen, wenn Sie Ihre Richtung kennen. Wenn Sie in der Wissenschaft bleiben wollen, veröffentlichen Sie möglicherweise am falschen Ort. Das kann dazu führen, dass Ihre Reputation nicht im angemessenen Maße vorankommt. Es kann im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass Ihre Reputation geschädigt wird. Es gibt vor allem im Bereich der Dissertations- und Online-Verlage einige, deren Namen sich in der Regel in Ihrer Publikationsliste eher negativ ausnehmen.

Haben Sie nicht den Plan, in der Wissenschaft zu bleiben, wollen aber zum Beispiel Ihre Dissertation veröffentlichen, dann sind Sie vollkommen frei in der Wahl Ihres Publikationspartners. Sie können sich zwischen Print-on-Demand, als Open Access auf Ihrem Bibliotheksserver oder sogar – in manchen Promotionsordnungen noch zugelassen – als Microfiche entscheiden (für die Jüngeren: Mikrofilme, die mithilfe spezieller – analoger – Lesegeräte gelesen werden können) oder einen richtigen Fachverlag suchen.

Doch erst, wenn Sie wissen, wo Sie hinwollen, können Sie eine geeignete Publikationsstrategie entwickeln. Die sollten Sie vor allem dann haben, wenn Sie eine Wissenschaftskarriere in Erwägung ziehen.

Inwieweit es dann von Bedeutung ist, in Fachzeitschriften – deutsch oder englisch –, in Sammelbänden, in Form von Monografien zu veröffentlichen, welche Frequenz wichtig ist und worauf Sie bei der Wahl Ihres Publikationspartner noch achten müssen – das hängt von Ihrem Fachbereich und Ihrem spezifischen Thema ab.

Weitere Tipps dazu finden Sie in unserem kurzen Einführungsvideo Die Fünf-Fragen-Probe für den geeigneten Verlagspartner oder: Ist der Verlag echt? Wenn wir Sie zum Thema „Publikationsstrategie“ beraten sollen, setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung.

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