Projektpräsentation bei Ihrem Wunsch-Verlag

Facebooktwittergoogle_plusmail

Projektpräsentation: Wenn Sie sich einen Verlag ausgesucht haben, dem Sie Ihr Projekt vorstellen wollen, dann gilt es ein paar Regeln zu beachten – und ein paar Tipps machen Ihr Leben leichter!

Projektpräsentation beim Verlag: die Black Box

Projektpräsentation

Der Verlag als Black Box kann einschüchternd wirken

Ein Verlag erscheint von außen als eine Institution, in die nur Eingeweihte Einblick haben. Vor allem bei NachwuchswissenschaftlerInnen gibt es gelegentlich regelrechte Scheu, einen Verlag anzusprechen.

Wovon aber leben Verlage und deren MitarbeiterInnen? Und welche Kriterien haben Verlage? Veröffentlichen Verlage nur bereits etablierte Autorinnen und Autoren und suchen nach den großen Namen? Lassen Sie uns einen Blick auf die Verlagskriterien und die Situation im Verlag werfen. Das sollte Ihnen bei der Projektpräsentation helfen.

Verlagskriterien

Ein Blick ins Programm Ihres Wunsch-Verlages zeigt Ihnen, wie Ihre Chancen auf Zusammenarbeit stehen.

Es gibt ausgesprochene Dissertationsverlage, die neben Promotionen allenfalls Forschungserträge und Konferenzbände veröffentlichen. Für gewöhnlich zeigt das Programm kein deutliches Profil. Auch diese Verlage haben im Wissenschaftssystem einen Sinn. Ich würde Ihnen aber immer raten, einen renommierten Fachverlag auszuwählen, wenn Sie in der Wissenschaft Karriere machen möchten. So irgend möglich.

Wissenschaftliche Fachverlage erkennen Sie ebenfalls am Programm. Es gibt deutliche Profile sowohl mit Blick auf die vertretenen Fachbereiche als auch mit Blick auf unterschiedliche Buchgattungen.

Manche Fachverlage veröffentlichen ausschließlich forschungsnahe Literatur (wie z.B. Budrich UniPress dies für die Sozial- und Erziehungswissenschaften tut), andere veröffentlichen den gesamten Publikationskanon – von forschungsnahen Materialien bis hin zu Lehr- und Handbüchern und wissenschaftlichen Sachbüchern – wie z.B. der Verlag Barbara Budrich.

Einige wenige Verlage haben sich darauf spezialisiert, in der Hauptsache publikumsnahe Wissenschaft zu veröffentlichen, die mit dem universitären Leben eher mittelbar zu tun haben wie z.B. suhrkamp wissenschaft.

Projektpräsentation: Die Kontaktaufnahme

Wenn Sie ausreichend Zeit haben, können Sie Ihren Verlag zunächst auf einem Kongress besuchen: Die wichtigen Fachverlage sind zumeist auf den einschlägigen Fachkonferenzen mit Büchertischen vertreten. (Termine zu den für die Sozial- und Erziehungswissenschaften einschlägigen Kongressen finden Sie im Veranstaltungskalender.) Die Verlage sind dort genau zu diesem Zwecke vertreten: Um mit Ihren AutorInnen und LeserInnen ins Gespräch zu kommen – und natürlich das aktuelle Programm zu zeigen! Beides können Sie für sich nutzen!
Auf diesem Wege könnten Sie direkt die zuständigen Personen aus dem Lektorat kennenlernen.

Auf den Internetseiten der meisten Verlage finden Sie die Zuständigen samt Kontaktdaten. Natürlich ist dies im Vergleich zur persönlichen Kontaktaufnahme nur der zweitbeste Weg. Bevor Sie das komplette Manuskript oder Exposé zwecks Projektpräsentation an den Verlag schicken, könnten Sie kurz per eMail Kontakt aufnehmen und fragen, ob Ihr Projekt ganz generell in die Programmplanung des Verlages passt.


Ich saß an einem ganz gewöhnlichen Mittwoch am späten Nachmittag im Büro und mein Telefon klingelte: Ein angehender Autor wollte mit jemandem aus dem Lektorat über sein Manuskript sprechen. Sehr gern nahm ich den Anruf entgegen. Der Herr stellte sich selbstbewusst vor und sagte dann: „Ich habe ein wichtiges Buch verfasst. Und zwar untersuche ich …“ (hier bitte einen ca. viertelstündigen Fachdiskurs einfügen). Der Anrufer ließ sich nicht unterbrechen. Er ließ sich nicht davon abbringen, mir den Inhalt seines Manuskripts im Detail zu beschreiben. Mein Problem: Ich hatte keinerlei Anhaltspunkte, keine Vorstellung, keinen Überblick. Ich wurde einfach mehr oder weniger entlang des Inhaltsverzeichnisses (ohne Einführung) durch den gesamten Text geschleift. Gefühlte 500 Seiten wissenschaftlichen Fachdiskurses.

So sehr ich die persönliche Kontaktaufnahme schätze und so sehr ich mich darüber freue, dass mir ein solch umfassendes Wissenschaftsverständnis zugetraut wird: Diese Art der Projektpräsentation überfordert jeden Lektor, jede Lektorin. Es sei denn, er oder sie hätte gerade zur Thematik promoviert.

LektorInnen in Wissenschaftsverlagen zeichnen sich durch ein gutes Überblickswissen für die jeweiligen Disziplinen aus, die sie betreuen. Und weil es wichtig ist, das Projekt einzuschätzen, ist ein anderes Vorgehen besser.

Zum Beispiel:

Der Herr hätte mir am Telefon den Titel seines Manuskripts sagen können. Und ein, zwei Sätze zum Inhalt. Vielleicht noch etwas zum Entstehungszusammenhang oder Besonderheiten mit Blick auf die Ausstattung („Im Buch sind 10 Grafiken, die in Farbe gedruckt werden müssen.“ oder „Ich habe Zusatzmaterialien, die ich gern online zur Verfügung stellen würde, geht das?“).

Mit dieser Vorgehensweise überfordern Sie mich bei der Projektpräsentation nicht – und ich freue mich, dass sogar meine Perspektive Eingang in Ihre Überlegungen gefunden hat. Ein guter Start für eine erfolgreiche Kooperation.


Projektpräsentation systematisch: Das Exposé

Wenn Ihr Projekt ganz generell in die Programmplanung des von Ihnen favorisierten Verlages passt, dann sollten Sie Ihre Unterlagen besonders sorgfältig und übersichtlich aufbereitet an die zuständige Person schicken.

Sie können das vollständige Manuskript schicken. Oder Sie schicken dem Verlag ein sorgfältig gegliedertes Exposé, das die wichtigsten Informationen für den Verlag enthält (Inhalt, Zielgruppen usw.)

Einen  Leitfaden zur Projektvorstellung sowie ein Muster zur Orientierung können Sie hier herunterladen.

Falls Sie weiteren Beratungsbedarf haben, können Sie sich gern bei uns melden.

,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*