Tageszeitungen besorgt: UrhWissG und die Zeitungen

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Der Referentenentwurf zum UrhWissG bedroht nicht nur das Geschäftsmodell von Wissenschaftsverlagen. Auch Zeitungsverlage melden sich besorgt zu Wort. In einer Anzeige weisen Herausgeber und Geschäftsführer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung darauf hin, dass der Referentenentwurf das Geschäftsmodell von Zeitungen gefährdet.

Der Referentenentwurf sieht vor, dass ganze Beiträge aus Sammelbänden, Zeitschriften und eben auch Zeitungen von der Wissenschaft für Forschung, Lehre, Unterricht, Bibliotheken und Dokumentenversand genutzt werden dürfen, ohne sich z.B. um Lizenzangebote der Verlage kümmern zu müssen. Vergütet werden solle dies pauschal – wie auch bei der Nutzung anderen urheberrechtlich geschützten Materials (bis zu 25%; zwischenzeitlich war dies auf 15% begrenzt worden). Die pauschale Vergütung soll über die gleiche VG Wort erfolgen, die nach aktueller Rechtslage nicht an Verlage ausschütten darf und der Verlage für die Jahre 2012 bis 2015 insgesamt 100 Mio. Euro zurückzuzahlen haben.

Auch die Zeitungsarchive, die den Qualitätsjournalismus der Tageszeitungen mitifinanzieren, stehen nach dem Willen des Referentenentwurfs zum UrhWissG zur Disposition. Bibliotheken sollen sich aussuchen können, ob sie dort einkaufen möchten oder sich bei der Deutschen Nationalbibliothek bedienen möchten – die Abrechnung würde dann wiederum pauschal erfolgen. Und, wie gesagt, nach aktueller Rechtslage nicht bei den Verlagen ankommen.

Übrigens: Die Zeitungsverlagsverbände hatten die Entschädigungen aus den VG Wort-Verlegerbeteigungen genutzt, um ihren Nachwuchs auszubilden. Mit dem Urteil dem Wegfall der Verlagsbeteiligung an den VG Wort-Ausschüttungen war das vorbei.

Hier die Anzeige: FAZ_2017_05_12_Anzeige_der_Zeitungsverleger

 

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